Mittwoch, 13. Juli 2016

Der letzte Blogeintrag


Ich weiß gar nicht, ob das hier überhaupt noch jemand liest. Ich habe ja schon lange nichts mehr geschrieben. Ich wollte über den "Hundehütten - Bau" schreiben....über den Umzug, über das Leben mit den Hunden und und und....aber dafür blieb gar keine Zeit.

Ich bereue es nicht. Denn jede Minute die ich zuhause war und nicht vor dem PC saß, habe ich mit großer Wahrscheinlichkeit meinem Mann oder den Tieren gewidmet. Ich habe beschlossen den Blog zu schließen, nicht nur, weil ich dafür keine Zeit habe, sondern weil es Kessie&Me in dieser Form leider nicht mehr geben wird.

Wir mussten vor 2 Tagen den schwersten Schritt in unserem Leben gehen, einen Schritt vor dem ich schon seit vielen Monaten, Tagen, Stunden, Minuten und am Ende Sekunden Angst vor hatte.

Am Samstag Abend fing alles an, Maxima fiel plötzlich aus ihrem Körbchen und hatte einen Krampfanfall, Einzelheiten erspare ich euch, aber es war grausam. Wir wussten nicht was es ist, bekamen Panik, wir schüttelten sie, drehten sie in alle Richtungen, schrien uns an und da sie anscheinend keine Luft mehr durch den vielen Speichelschaum bekam, beatmeten wir sie. Plötzlich atmete sie wieder auf und hechelte stark. Wir fuhren in die Klinik. Auf der Autofahrt folgten weitere 2 Anfälle. Es war einen Höllenfahrt. Eine Fahrt ins Ungewisse. Unangeschnallt mit einem unruhigen Hund auf dem Schoß auf der Rücksitzbank mit gefühlten 200 km/h.

In der Klinik angekommen, Blutuntersuchung, Beruhigungsmittel ...ich weiß garnicht was sie alles bekommen hat. Diagnose: Epilepsie. Die Blutuntersuchung war aber einwandfrei, sodass sich die Ursache von uns jeder denken konnte. Hirntumor. Maxima hatte vor 3-4 Jahren Mammatumore, nach der Komplettausräumung folgte mal hier und da ein weiterer kleiner Knubbel, der aufgrund des Alters aber unbehandelt blieb. Dann die schnelle Erblindung. Es lag also auf der Hand, auch ohne CT oder MRT. Ein Hund mit 11,5 Jahren bekommt nicht plötzlich Epilepsie.

Sonntags durften wir sie wieder mit nach Hause nehmen - was eine Fehlentscheidung war. Das Notfallmedikament - welches wir eigentlich nicht brauchen sollten, war innerhalb 2 Stunden schon weg. Neuer Anfall. Dabei blieb es leider nicht. Sie rutschte von einem in den nächsten. Ich glaube am Ende waren es 5 Anfälle. Nach vielen Telefonaten hin und her mit dem Tierarzt brachten wir Maxima also wieder in die Klinik. Der Schmerz nicht bei ihr sein zu können, war unerträglich.

Montags morgens die Nachricht: sie sei krampfrei, aber nur mit starken Beruhigungsmitteln. Abwarten, wir sollen Nachmittags nochmal telefonieren.

Am Nachmittag dann die Nachricht - ja krampfrei aber nur mit doppelter Dosis und starkem Beruhigungsmittel. Prognose: Nur mit Epilepsietabletten in normaler Dosis zu leben - wohl kaum. Man müsste eigentlich schon Fortschritte sehen, aber auf der anderen Seite schlägt es wohl auch erst nach einer Woche richtig an. Was also tun?

Mein Mann und ich schauten uns tief in die Augen und wussten das wir eins nicht wollen, Maxima leiden lassen. Sollte sie jetzt eine Woche da liegen und ruhig gestellt sein um noch weiter an an ihr rum probieren zu können, sodass sie am Ende nur noch rum liegt, weil sie durch die Tabletten nichts mehr mitbekommt?

Und da war er, der Moment, in dem man weiß was richtig ist, man aber selbst nicht wahr haben möchte. Nein, sie soll natürlich nicht leiden. Also sollte sie an dem Abend noch erlöst werden. Es war die schwerste Autofahrt meines Lebens. In Tränen angekommen, noch einmal ihren Herzschlag hören, ihren Atemzug spüren, ihr weiches Fell graulen, an ihr riechen. Wir verabschiedeten uns von ihr und sie atmetete nochmal tief durch - als wollte sie sagen, DANKE.  Sie schlief in meiner Hand und meinem Kopf ganz eng an ihren gedrückt friedlich ein .

 Heute ist sie bei uns zu Hause, sie hat einen schönen Platz im Garten, aber sie fehlt mir. Sie fehlt mir so unendlich. Es schmerzt und ich könnte 24h Stunden weinen. Sie war mein Seelenhund. Ein besonderer Hund. Ein Teil von mir lebt nicht mehr. Ich kann es einfach nicht in Worte fassen. Aber eins habe ich gelernt, die Zeit geht zu schnell vorbei.

Ich wollte den Blog nicht einfach schließen. An die oder denjenigen der sich über einen Blogbericht von uns gefreut hat, sollte wissen, warum er geschlossen wird.

Ich wünsche allen Lesern & Bloggern alles Gute...

Kommentare:

  1. Lass dich in Gedanken umarmen.
    Dien Bericht hat uns sehr betroffen gemacht und ich kann gut mitfühlen.
    Seelenhunde sind ein Stück von uns und sie ziehen zu lassen ein unheimlich schmerzhafter Prozess - in Gedanken bleiben sie jedoch immer bei uns.
    In Verbundenheit
    Erika mit ihrer Ayka

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  2. Auch wir senden Dir eine liebe Umarmung und fühlen mit - auch wenn unser letzter Abschied schon wieder zwei Jahre her ist ... es ist doch irgendwie wie gestern.
    Ich kann Deine Entscheidung, den Blog zu schließen gut verstehen und wünsche euch alles Liebe und Gute,

    Isabella mit Damon und Cara

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  3. oh nein!!!!!!!!! Wie furchtbar! Es tut mir sehr leid!
    Ich schicke Euch ganz viel Kraft!!!!! In Eurem Herzen lebt sie für immer und ewig weiter!!!

    Ich wünsche Euch alles Gute!

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy



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  4. Das tut mir sehr leid, zum einen das Schicksal um Maxima und, dass der Blog ein Ende findet.

    Alles Gute für Euch….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  5. Es tut mir sehr leid! Es kullert hier eine Träne ...
    Gute Reise über die Regenbogenbrücke!

    Liebe Grüße Vicky
    Schlabbergrüße Bonjo

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  6. Auch wir haben gerade Tränen in den Augen! Es tut uns so leid. Aber ihr habt euch richtig entschieden, ihr habt sie nicht leiden lassen.

    Und sie wird ja im Herzen immer bei euch sein! Fühlt euch ganz fest umarmt!

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